Logo FDP Erlangen

Pressemitteilung: FDP Erlangen besucht FRÖR Group

„Wer sehen will, warum unser Land wirtschaftlich noch stark ist und warum es trotzdem gerade nicht vorankommt, muss genau solche Betriebe besuchen. Hier wird seit Jahrzehnten investiert, ausgebildet und umgebaut, und trotzdem ist die größte Sorge nicht der Weltmarkt, sondern die Genehmigungsverfahren", erklärte der Landesvorsitzende Matthias Fischbach.

Die Pressemitteilung der FDP Erlangen im Wortlaut:

Medizintechnik, Bierkästen und vieles mehr: FDP zu Gast bei der FRÖR Group

Unternehmensdialog der Freien Demokraten in der Schallershofer Straße: Geschäftsführer Johannes Lehmann warnt vor überbordender Bürokratie, die FDP nimmt Impulse für Erlangen mit

Ein Erlanger Familienunternehmen, das Präzisionsbauteile für die Medizintechnik fertigt und zugleich Bierkästen für Brauereien im ganzen Land liefert: Die FDP Erlangen hat am vergangenen Freitag die FRÖR Group in der Schallershofer Straße besucht. Der Termin fand im Rahmen des Unternehmensdialogs statt, den die FDP Bayern landesweit angestoßen hat. Initiiert hatte den Besuch der Kreisvorsitzende und Stadtrat Prof. Dr. Holger Schulze, mit dabei waren mehrere Mitglieder des Kreisverbands sowie der FDP-Landesvorsitzende Matthias Fischbach. Gastgeber war Geschäftsführer Johannes Lehmann.

Lehmann führte durch einen Betrieb, dessen Geschichte sich wie eine Chronik des westdeutschen Mittelstands liest: 1951 von Werner Frör als Dentallabor gegründet, kam schon bald eine eigene Kunststoffspritzerei hinzu. Als viele Brauereien vom Holz- auf den Kunststoffkasten umstellten, entstand daraus das Geschäft mit Getränkekästen. Später kamen Schuhsohlen für die Sportartikelindustrie und Spielwaren dazu. 1981 fertigte das Unternehmen erstmals ein Bauteil für die Medizintechnik. Inzwischen ist die Medizintechnik der größte Bereich im Haus. Gefertigt wird von der Werkzeugkonstruktion bis zur fertigen Baugruppe. Nach dem Tod der Inhaberin übernahm Johannes Lehmann 2015 die Unternehmensgruppe, straffte das Portfolio und konzentrierte sich auf den Kern. Seither sind Belegschaft und Eigenkapitalquote nach Unternehmensangaben deutlich gewachsen. 2019 zeichnete die IHK-Mittelfranken die gelungene Nachfolge mit ihrem Gründerpreis aus.

Als eigentlichen Wendepunkt beschrieb Lehmann die Digitalisierung: die Einführung eines Warenwirtschaftssystems, eine modernisierte Server-Landschaft, aktuell der Schritt in die Cloud. Auch bei Künstlicher Intelligenz ist das Unternehmen konkret unterwegs. Geplant ist eine abgeschottete KI-Umgebung mit Anbindung an die eigenen Systeme, aus der eine Wissensdatenbank für Produktspezialitäten entstehen soll. Menschen ersetzen soll sie ausdrücklich nicht: „Unser wichtigstes Kapital sind die Mitarbeiter“, sagte Lehmann.

Deutlich wurde der Geschäftsführer bei den Rahmenbedingungen. Neue Standorte zu bauen sei durch die Vielzahl beteiligter Behörden und Verfahren kaum noch kalkulierbar, deshalb setze das Unternehmen darauf, bestehende Standorte zu sichern oder zuzukaufen. Als besonders praxisfern nannte er die Dokumentationspflichten des Verpackungsgesetzes und die Berichtspflichten entlang der Lieferkette. Auch die Gründungsbürokratie wirke eher bremsend als unterstützend. Beim Klimaschutz plädierte Lehmann für Substanz statt Symbolik: Der Betrieb habe seinen Stromverbrauch durch effizientere Maschinen erheblich gesenkt und komme seit fünfzehn Jahren ohne Öl aus.

„Wer sehen will, warum unser Land wirtschaftlich noch stark ist und warum es trotzdem gerade nicht vorankommt, muss genau solche Betriebe besuchen“, erklärte Landesvorsitzender Matthias Fischbach. „Hier wird seit Jahrzehnten investiert, ausgebildet und umgebaut, und trotzdem ist die größte Sorge nicht der Weltmarkt, sondern die Genehmigungsverfahren. Beim Bürokratieabbau ist inzwischen alles angekündigt worden, was sich ankündigen lässt. Woran es fehlt, ist das Streichen konkreter Vorschriften. Genau dafür sammeln wir in unseren Unternehmensgesprächen gerade sehr viele Beispiele, und die werden wir auf den Tisch legen.“

Für die Erlanger Kommunalpolitik nahm Kreisvorsitzender Holger Schulze vor allem ein Thema mit: die Frage, wie leicht sich Gewerbeflächen in Wohnraum umnutzen lassen. Im Gespräch wurde deutlich, dass solche Überlegungen von Eigentümern oft gar nicht erst weiterverfolgt werden, weil kaum jemand damit rechnet, damit durch die Verfahren zu kommen. „In Erlangen fehlt Wohnraum, und gleichzeitig winken Leute, die welchen schaffen könnten, von vornherein ab, weil sie nicht glauben, dass sie eine Genehmigung bekommen“, sagte Schulze. „Wenn es so weit kommt, stimmt etwas mit unseren Verfahren nicht.“ Er will das Thema im Stadtrat aufgreifen.